10.01.2019

Die Wahrheit über Zucker


„Den reinen Zucker, Haushaltszucker, brauchen wir nicht“, erklärt Diplom-Oecotrophologin Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) klar. „Glucose kann der Körper auch aus stärkehaltigen Lebensmitteln wie Vollkornprodukten oder Kartoffeln gewinnen.“ Dennoch nehmen Männer laut der der Nationalen Verzehrsstudie hierzulande im Schnitt 124 Gramm Zucker am Tag zu sich, Frauen 113 Gramm. „Damit liegt der Konsum etwa doppelt so hoch wie empfohlen“, sagt Restemeyer. Mehr als 50 Gramm Zucker am Tag sollten es für einen Erwachsenen nicht sein. 

„Wir können beispielsweise keinen klaren Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum und Fettleibigkeit feststellen.“ betont Professor Dr. Hans Hauner, Direktor des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin. Laut Studienlage lassen sich zuckergesüßte Lebensmittel auch nicht für Diabetes Typ 2, Fettstoffwechselstörungen oder Bluthochdruck verantwortlich machen. Jedoch scheinen zuckergesüßte Getränke das Risiko für extremes Übergewicht und Diabetes Typ 2 zu erhöhen. Eine mögliche Erklärung: Wer viele Kalorien in Form von Säften oder Softdrinks zu sich nimmt, hat kurze Zeit später wieder Hunger. Wenn man feste Nahrung isst, hält die Sättigung länger an und man isst anschließend weniger. 

Grundsätzlich hänge die Wirkung des Zuckerkonsums stark von der Gesamtkost und Energiebilanz ab, sagt Hauner. Es gilt demnach, nicht nur am Zucker zu sparen. Wer ausgewogen und nicht mehr isst als er verbraucht, liegt richtig. Außerdem empfiehlt Ernährungswissenschaftlerin Restemeyer: „Was das Trinken anbelangt, empfehlen wir ganz klar Wasser und ungesüßte Getränke. Essen Sie vor allem unverarbeitete Lebensmittel. In Fertigprodukten ist oft sehr viel Zucker enthalten. Gemüse, Obst und Vollkornprodukte bilden die Grundlage. Und Süßigkeiten am besten bewusst genießen und nicht nebenbei verzehren.“


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